Ordinationsverkauf und Umsatzsteuer

Verkauft eine Arzt seine Ordination inkl. Inventar ist zunächst zu definieren, was er an Einzelwerten verkaufen kann. Die Übertragung von Kassenpatienten ist nicht möglich. Lediglich der Verkauf des Patientenstocks der Privatpatienten ist veräußerbar. Ebenso das Inventar. Neben vielen zivil- und arbeitsrechtlichen Fragen, betrachten wir hier nur umsatzsteuerliche Fragen.
Der Verkauf der Ordination als Überbegriff ist ein Hilfsgeschäft und ist insoweit steuerfrei, als für die Gegenstände die verkauft werden, keine Vorsteuer geltend gemacht wurde.
Unglücklicherweise hat das Bundesfinanzgericht BFG vom 28.02.2014, RV/2100756/2012 in einer Einzelentscheidung festgestellt, dass der Verkauf eines Patientenstocks einer Kassenordination keine Lieferung iS § 6 Abs 1 c 26 UStG darstellt, vielmehr eine Leistung darstellt und deshalb keine Befreiung geltend gemacht werden kann.
Dies widerspricht der allgemeinen Lehrmeinung und der bisherigen Ansicht der Finanzverwaltung.