Sozialversicherungsbeiträge der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtchaft (SVA) bei Ärzten – Nachberechnung aus Einkommensteuerbescheiden der Vorjahre

Wie kommt es zu einer Nachzahlung bei den Sozialversicherungsbeiträgen für selbständige Ärzte. Dazu zählen Ärzte Ordinationseinkünften als auch Ärzte mit Sonderklassegebühren. Von Gesetztes wegen berechnet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) die endgültigen Beiträge sobald der Einkommensteuerbescheid des jeweiligen Jahres der SVA von Seiten des Finanzamtes von Amts wegen übermittelt wurde. Das passiert in der Regel immer 2 Jahre im Nachhinein. Die Grundlage für die Berechnung ist das durch den Einkommensteuerbescheid festgestellte Einkommen. Hierbei zählt aber nur das selbständige Einkommen des Arztes und nicht sein unselbständiges Einkommen als angestellter Arzt. Die sog. Sonderklassegebühren zählen zum selbständigen Einkommen. Zu diesem selbständigen Einkommen werden die Vorauszahlungen an Beiträge für die SVA  des jeweiligen Jahres dazugerechnet. Auf diese Summe wird dann der Jahresbeitragssatz gerechnet. Das ergibt dann ihre endgültigen Beiträge nach der sie dann die Nachzahlung in 4 Quartalsraten bezahlen müssen.

Die Nachzahlung nach 2 Jahren ist ein zinsenloses Darlehen der Versicherungsanstalt für den Arzt, weil die Nachzahlung nicht verzinst wird.

Sind sie noch nicht beitragspflichtig, überschreiten sie allerdings die Umsatz- oder Gewinngrenze im aktuellen Jahr, melden sie sich bitte umgehend und lassen sie sich beraten. Es drohen hohe Strafzuschläge für die nachträgliche Feststellung der Versicherungspflicht.

Es empfiehlt sich jedenfalls noch vor Jahresende zu überprüfen ob die selbständigen Einkünfte die entsprechenden Versicherungsgrenzen überschreiten. Eine straflose Meldung bis Jahresende ist möglich.